Männertreff

Vortrag Martin Bormann (Junior)



Leben gegen Schatten - Männertreff, 14. Juni 2003

Jöllenbeck (thie). Sein ganzes Leben kämpft der Theologe Martin Bormann mit einem Schatten, der ihn stets verfolgt: sein Name. Den musste er sich zeitlebens mit seinem Vater Martin Bormann, dem Sekretär Adolf Hitlers teilen. Deshalb heißt sein Buch "Leben gegen Schatten". Es ist die persönliche Lebensbiographie Bormanns, die gegen Rechtsradikalismus und Rassismus warnt. Beim Männerfrühstück des CVJM Jöllenbeck sprach der Theologe über seine Vergangenheit. (Neue Westfälische 17.06.2003)

Martin Bormann wurde 1930 als ältestes von 10 Kindern geboren, seine Taufpaten waren Adolf Hitler und Ilse Hess. Als Kind lebte er mit seiner Familie in der Umgebung des "Führers" auf dem Obersalzberg. Auf der "Reichsschule der NSDAP" in Feldafing am Starnberger See erhielt er eine nationalsozialistische, antikirchliche Erziehung, die ihn den Tod Adolf Hitlers und das Kriegsende 1945 als "das Ende" erleben ließ. In den Wirren des Zusammenbruchs verlor er die Verbindung zu seiner Familie und strandete unter falschem Namen bei einer Bergbauernfamilie im Salzburger Land.

Die Erfahrung der praktizierten christlichen Nächstenliebe dieser "einfachen" Menschen führte ihn nach und nach zum katholischen Glauben - ein Weg, der mit dem Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare und dem Theologiestudium ein vorläufiges Ende fand. Bei seiner Arbeit in der Kongo-Mission geriet er zeitweise als Geisel in die Hände der Simba-Rebellen. Zurück in Deutschland, ließ er sich 1971 nach einem schweren Autounfall von den Ordensgelübden entbinden und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Religionslehrer. Seit 1987 ist er Mitglied der Gruppe "Täterkinder-Opferkinder" (TRT) von Prof. Bar-0n (Ben-Gurion-Universität).